AnlĂ€sslich dieses Aktionstags, der auch fĂŒr die Frauenrechte steht, begeben wir uns nach Burkina Faso, um zu sehen, wie unsere AktivitĂ€ten vor Ort zu einer guten Frauengesundheit beitragen.
In der Paalga-Schule, die sich in einem Vorort von Ouagadougou befindet, haben wir uns besonders der Förderung von MÀdchen verschrieben, denn der Enthusiasmus, den sie im Unterricht an den Tag legen, ist Àusserst erfolgversprechend.
Auch die erwachsenen Frauen haben ein grosses Interesse daran, sich weiterzuentwickeln. In unseren AEZ in Ouagadougou und NobĂ©rĂ© werden mit den aufgenommenen Kindern und ihren MĂŒttern regelmĂ€ssig GesprĂ€che im kleinen Kreis gefĂŒhrt. Bei dieser Gelegenheit werden die MĂŒtter fĂŒr grundlegende Regeln zur Gesundheit, ErnĂ€hrung und Hygiene sensibilisiert. Gleichzeitig werden sie auch ĂŒber verheerende Praktiken aufgeklĂ€rt, die die Gesundheit von Frauen nachhaltig schĂ€digen, wie weibliche GenitalverstĂŒmmelungen und heimliche Abtreibungen. In Burkina Faso ist die Frauengesundheit durch diese Faktoren erheblich gefĂ€hrdet. Dazu kommt dieschlechte Versorgung durch Sozial- und Gesundheitsdienste, die sich im Wesentlichen auf die weiten Entfernungen, die Armut und die schwache Kaufkraft der Bevölkerung im Allgemeinen und der Frauen im Besonderen zurĂŒckfĂŒhren lĂ€sst.
DafĂŒr, dass Frauen auch finanziell unabhĂ€ngiger werden, sorgt unser Projekt âSparen fĂŒr die VerĂ€nderungâ, welches sich an Frauen aus der Gemeinde NobĂ©rĂ© richtet. Sie legen innerhalb einer Gruppe von Sparerinnen jede Woche eine bestimmte Summe als Guthaben an und können bei Bedarf ein Darlehen aufnehmen. Mit dem so verfĂŒgbareneigenen Einkommen können sich die Frauen Ă€rztlich behandeln lassen, ohne erst darauf warten zu mĂŒssen, dass ihre MĂ€nner ihnen das nötige Geld dafĂŒr geben. Zu den gesundheitlichen und finanziellen Faktoren, die sich auf die Frauengesundheit auswirken, kommen zusĂ€tzlich soziokulturelle Schwierigkeiten, insbesondere die mangelnde Entscheidungsgewalt von Frauen. Im Krankheitsfall entscheidet daher ĂŒblicherweise das Geschlecht des Patienten darĂŒber, ob ein Arzt konsultiert wird.
Die Hygienebotschafter des Programms WASH Colibri (Region NobĂ©rĂ©) betonen stets, dass Gesundheit alle angeht, da Krankheiten nicht nach Geschlecht unterscheiden. Mit ihren Aktionen sensibilisieren sie die Bevölkerung in den wichtigen Regeln zur Hygiene und im Umgang mit den sanitĂ€ren Anlagen, um zu verhindern, dass sich Infektionen ausbreiten. Parallel zu den PrĂ€ventionsmassnahmen werden bestehende Anlagen repariert und neue Brunnen gebaut, wodurch die Durchfallkrankheiten stĂ€rker zurĂŒckgedrĂ€ngt werden. Ausserdem konnte die in Burkina Faso wie in anderen LĂ€ndern sĂŒdlich der Sahara Ă€hnlich hohe MĂŒttersterblichkeit aufgrund des Zugangs zu Trinkwasser und sanitĂ€ren Anlagen gesenkt werden. Die Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine Schwangerschaft ohne Komplikationen ist höher und das Infektionsrisiko wĂ€hrend einer Geburt geringer.
Eine gute Gesundheit von MĂŒttern ist umso wichtiger, wenn man bedenkt, dass Komplikationen in der Schwangerschaft zu den hauptsĂ€chlichen Ursachen von Behinderungen in Burkina Faso gehören, wo behinderte Menschen noch immer einen Ă€usserst prekĂ€ren Status haben. Ihnen wird hĂ€ufig mit ZurĂŒckweisung und Ausgrenzung begegnet. In einer ohnehinsehr armen Bevölkerung werden behinderte Kinder und Frauen besondersdiskriminiert. Damit sie ihre MobilitĂ€t, ihre Hoffnung und ihre WĂŒrde wiedererlangen, bietet unseres Behindertenzentrum Kaya seit 1992 Physiotherapieanwendungen und orthopĂ€dische GerĂ€te und seit 2010 orthopĂ€dische Operationen an.
Das Wohlergehen der MÀdchen und Frauen gehört zu unseren wichtigsten Anliegen. Wir achten bei unseren Projekten darauf, dass sie Zugang zu Gesundheitsdiensten, Bildung und Ausbildung bekommen, damit sie und ihre Familien ein besseres Leben haben, sie unabhÀngiger werden und ihre FÀhigkeiten erweitern können.





